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Fast 100 Jahre Vampirfilme - der Vampir im Wandel der Zeit

Es hat sich viel getan seit im Jahr 1922 mit Nosferatu ein neues Filmgenre bekannt wurde

Vampire begleiten die Menschheit nicht erst seit Vampire Diaries und Twilight. Seit fast 100 Jahren ist der Vampirfilm ein festes Segment im filmischen Kino, der Vampir ist ein gern gesehener und oft verwendeter Gast auf der Leinwand.

Der Vampirfilm läßt sich bereits auf das Jahr 1909 zurückdatieren. Mit Vampire of the Coast schaffte es der vielleicht erste Vampirfilm auf die Leinwände des ursprünglichen Wanderkinos. Der Film hat als einer der ersten Stummfilme das Wort Vampir im Titel, bezieht sich jedoch nur am Rande wirklich auf Vampire. Der frühzeitliche Film bezieht sich dabei eher auf Piraten, die als Vampire der Küste bezeichnet werden.
Als ersten großen Vampirfilm kann man ganz klar Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu - eine Symphonie des Grauens nennen. Der Klassiker setzte das Vampirgenre in den Kinos fest und machten den Vampir zu einem salonfähigen Leinwand-Charakter.

Doch die Figur des Vampirs hat sich seitdem stark verändert. Schon lange ist der Vampir nicht mehr nur ein buckliger, schrulliger Mann, der von Krankheiten und Seuchen verfolgt wird. Er ist gereift zu einem Wesen, dem auch das Sonnenlicht nichts mehr ausmacht, der Gefühle hat, sich zu den Menschen hingezogen fühlt - so wie man in Filmen wie Twilight oder Serien wie Vampire Diaries sehen kann.

Bereits 1931 kündigte sich ein gewaltiger Wandel an. In Tod Brownings Dracula war der Vampir längst nicht mehr der blutrünstige Ripper. Er war vielmehr ein Gentleman, attraktiv und gut gekleidet, der mit Sinnlichkeit und Lust seinen Opfern das Blut aus den Halsschlagadern saugte. Der Vampir wurde in seinem schwarzen Cape und mit seinen hypnotisierenden Augen zu einem Sexsymbol einer ganzen Generation.

Ein Faktum begleitet den Vampir aber bereits seit Urzeiten: seine Unsterblichkeit. Egal wie oft Dracula in diversen Filmen schon "erfolgreich" getötet wurde - er fand immer wieder ein Schlupfloch, um sich aus der Spirale des Todes zu entwinden. Auf viele Dracula-Filme folgen diverse Fortetzungen, in denen der Feind der menschlichen Rasse immer wieder in einen neuen Kampf gegen die Menschheit zieht. Und immer wieder siegt das Gute über das Böse. Doch mit Dracula scheint es wie mit dem Unkraut im Garten zu sein: zieht man es an einer Stelle heraus, so kommt es an drei anderen Stellen erneut zum Vorschein.

Dies mag vielleicht bei einigen Filmen belächelt werden, denn sinkt mit den Fortsetzungen oftmals auch der Inhalt. Auf der anderen Seite bietet der Vampir aber auch so viele Facetten, dass er problemlos in diverse Szenarien adaptiert werden kann.

Im Laufe der Jahre wurde der Vampir dann hin- und hergerissen zwischen Blutsauger, Ripper und sentimentalem Wanderer durch die Jahrhunderte. Mit The Lost Boys aus dem Jahr 1987 von Joel Schumacher wurden die Vampire zu Rockern. John Carpenters Vampire trieben 1998 wie Cowboys in Mexiko ihr Unwesen. In From Dusk Till Dawn werden Vampire zu Barbesitzern, andere Filme wie 30 Days of Night zeigen Vampire als wandernde Schwärme, die ein Dorf nach dem anderen auslöschen.

Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Vampir die Teenie-Generation erreicht und damit eine neue Zielgruppe auf die Erschließung wartet. Der Vampir glitzert mittlerweile im Sonnenlicht, welches ihn vor nicht allzu langer Zeit noch getötet hätte. Der Vampir ist angekommen im 21.ten Jahrhundert, er ist ein Teil der filmischen Gesellschaft und bewegt sich sicher zwischen pubertären Problemen und Liebschaften. Vampire haben keine schwunghaften Namen mehr wie Dracula, Barnabas oder Graf Orlok. Sie heißen in der modernen Welt so wie auch der Nachbar heißen könnte: Edward Cullen, Damon Salvatore oder Sarah.

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